Lernen mit Plan

Entwicklung und Evaluation eines Lehrertrainings zur Förderung der Selbstregulations- und Mathematikkompetenzen von Hauptschülern der 5. Klasse

Kurzporträt

In dem Projekt „Lernen mit Plan“ wird eine Lehrerfortbildung entwickelt, in der Hauptschullehrkräften vermittelt wird, wie sie das selbstregulierte Lernen ihrer Schüler im Mathematikunterricht unterstützen können. Die Fortbildung wird speziell für Lehrkräfte an Hauptschulen entwickelt, da die Ergebnisse der PISA-Studien zeigen, dass besonders bei leistungsschwachen Schülern Defizite im selbstregulierten Lernen bestehen. Da Selbstregulation eine wichtige Fähigkeit ist, um sich selbst neues Wissen aneignen zu können, stehen leistungsschwache Schüler im Fokus dieses Projekts. Die fortgebildeten Lehrer führen das im Projekt entwickelte Selbstregulationsförderprogramm mit Schülern und Schülerinnen der fünften Klassen durch. So sollen möglichst frühzeitig Strategien des selbstregulierten Lernens vermittelt werden – noch bevor sich dysfunktionale Strategien verfestigen. Bei der Umsetzung des Förderprogramms im Unterricht werden die Lehrkräfte durch ein detailliertes Unterrichtsmanual unterstützt, das fertige Unterrichtssequenzen sowie alle nötigen Materialien beinhaltet. Darüber hinaus erhält ein Teil der Lehrkräfte zusätzlich ein Transfercoaching, um Probleme bei der Umsetzung des Programms zu besprechen und zu lösen. Das Projekt zielt einerseits auf die Verbesserung der Selbstregulations- und mathematischen Problemlösefähigkeit der Schüler und Schülerinnen als auch auf die Verbesserung der Selbstregulationsfähigkeiten der Lehrer im Sinne der Lehrerprofessionalisierung ab.

Nach Abschluss des Projekts sollen – eine hinreichende empirische Bewährung vorausgesetzt – das Lehrerfortbildungsprogramm und das Schülerförderprogramm als standardisierte, vollständig dokumentierte Trainings der Praxis zugänglich gemacht werden, damit eine systematische Verbreitung erfolgen kann.

Das Projekt wird gefördert vom BMBF (Link und Logo). Laufzeit: 01.08.2009 – 31.07.2012

Homepage: www.lernenmitplan.de

Mitarbeiter: S. Keller, S. Ogrin

Hintergrund und Projektziele

Selbstregulation ist eine zentrale Qualifikation zur selbstständigen Aneignung neuen Wissens. Im Schulalter spielt selbstreguliertes Lernen bei schulischen, vor allem aber bei außerschulischen Lernaktivitäten eine zentrale Rolle. Einen besonderen Ansatzpunkt zur Förderung von selbstreguliertem Lernen stellt dabei die Hausaufgabenbearbeitung dar, da der Lerner hier über mehr Freiheiten als im lehrergesteuerten Unterricht verfügt.

Die Förderung von Selbstregulation setzt eine angemessene theoretische Modellierung voraus. In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl von Modellen der Selbstregulation entwickelt, wobei sich Prozessmodelle von Komponentenmodellen abgrenzen lassen. Grundsätzlich wird jedoch in all diesen Modellen Selbstregulation als ein zielgerichteter Prozess verstanden, dessen Regulation verschiedene Anforderungen an den Lernenden stellt bzw. Teilkompetenzen voraussetzt. Ein aktuelles Prozessmodell, das die zeitliche Sequenz dieser Anforderungen beschreibt, ist das Prozessmodell von Schmitz & Wiese (2006). Hiernach können im Lernprozess drei Phasen unterschieden werden: die präaktionale, aktionale und postaktionale Phase, die sich zyklisch wiederholen (s. Abbildung 1).

Abbildung 1. Prozessmodell der Selbstregulation nach Schmitz & Wiese (2006)

Eine Reihe empirischer Studien hat die zentralen Annahmen dieses theoretischen Modells bestätigt und Hinweise darauf geliefert, dass es mit Gewinn als Grundlage für die Entwicklung von Interventionsmaßnahmen herangezogen werden kann, um Selbstregulation möglichst ganzheitlich zu fördern.

Ausgewählte Quellen und weiterführende Literatur

  • Prenzel, M., Artelt, C., Baumert, J., Blum, W., Hammann, M., Klieme, E. & Pekrun, R. (2007). PISA 2006. Die Ergebnisse der dritten internationalen Vergleichsstudie. Münster: Waxmann.
  • Schmitz, B. & Wiese, B. (2006). New perspectives fort he evaluation of training sessions in self-regulated learning: Time series-analyses of diary data. Contemporary Educational Psychology, 31, 64-96.
  • Trautwein, U. & Lüdtke, O. (2008). Die Förderung der Selbstregulation durch Hausaufgaben: Herausforderungen und Chancen. In C. Rohlfs, M. Harring & C. Palentien (Hrsg.), Kompetenz-Bildung. Soziale, emotionale und Kommunikative Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen (S. 239-251). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.